Wie 3-D Drucker Zahntechniker obsolet machen

Es ist faszinierend, die Entwicklungen in der 3-D Drucktechnologie zu beobachten. Wird dies wirklich die Art und Weise verändern, wie wir produzieren, wie wir konsumieren? Oder wird es nur eine Nische bleiben, ein Hobby für Tech-Geeks?

Tatsache ist, dass sich die Technologie rasant entwickelt. Kürzlich habe ich ein Video gesehen, in dem aus einer Flüssigkeit in Minutenschnelle eine komplexe Struktur gezogen wird. Einfach so – wie in einem Science-Fiction-Film. Ich bin mir nicht sicher, ob die Zukunft des 3D-Drucks wirklich darin besteht, dass jeder Verbraucher jetzt ein „Prodsumer“ wird und seine alltäglichen Gebrauchsgegenstände einfach zu Hause druckt.

Ich glaube, die Disruption wird sich an einem anderen Ort abspielen. Und ich bin überzeugt, dass dieser Platz die kommerzielle Produktion ist. Sicher, auch in Zukunft werden die Standardstrukturen nach Standardverfahren in hoher Stückzahl gefertigt. Aber es gibt so viele schwierig zu bauende Strukturen, die in geringen Stückzahlen zum Beispiel für Flugzeugmotoren hergestellt werden. Es gibt so viele „unmöglich zu machende“ Strukturen. Es wird zu Disruptionen in ganzen Segmenten und Branchen kommen, genauso wie manuelle, handwerkliche Arbeitstechniken durch 3D-Drucker ersetzt werden.

Nehmen wir als Beispiel meine besten Freunde Jana und Andreas. Sie betreiben eine Zahnarztpraxis zusammen mit ihrem eigenen prothetischen Labor. Es ist von Vorteil, die Prothetik intern durchzuführen, statt sie einem größeren Labor zu überlassen. Die Kunden mögen es. Meine Freunde waren immer an der Spitze der prothetischen Innovation, sie arbeiteten mit Lieferanten an neuen Materialtests, hielten Präsentationen auf Kongressen. Sie haben in den letzten Jahren viel in Ausrüstung und Technologie investiert, das Labor ist geräumig, modern und stilvoll. Mein Freund Andy sagt (während wir einen Espresso trinken): „In 5 Jahren wird das alles weg sein. Dann ist mein Job obsolet und da drüben, in der Zahnarztpraxis, steht ein 3D-Drucker, der von einem unserer Mitarbeiter bedient wird.

Nie war diese technologische Disruption für mich greifbarer. All diese Rüttler und Rührer, all diese Waagen und Öfen: bald verschwunden. Die hoch qualifizierte – manuelle – Arbeit des Zahntechnikers: veraltet. Der Zahnarzt scannt nur das Innere unseres Mundes, und dann erledigt der Drucker den Rest. Schon jetzt steht Technologie zur Verfügung, um weiches, rotes Material (=Gewebe) mit hartem, weißem Material (= Zahn) in einem Drucker zu kombinieren. Ich nehme an, dass diese „gedruckten“ Prothesen viel besser passen als die handgefertigten, die wir jetzt bekommen.

Wir sind bereits in dieser Revolution, in der 4. Welle der Industrialisierung. Ich bin nicht besorgt für meine Freunde. Sie werden neue Möglichkeiten finden. Aber ist dies Industrie vorbereitet? Was werden all diese größeren und kleineren Zahntechnik-Labors tun? Was wird sich der Markt für alle Ausrüstungslieferanten ändern?

Was ist mit uns, in der chemischen Industrie? Wie steht es mit unserer Vorbereitung auf neue Materialien, neue Technologien, andere Dienstleistungen? Wie steht es in Ihrem Segment? Wie bereiten Sie sich auf die kommenden Disruptionen vor?