Die Zukunft der Chemie Innovation

Die globale Chemieindustrie ändert sich rasant. Das Wachstum findet hauptsächlich in Asien statt, wo die Produktionskapazitäten in den letzten zehn Jahren stark zugenommen haben. Fusionen und Übernahmen erreichen Rekordvolumen, mit den drei Megafusionen 2017:  Dow – DuPont, Bayer-Monsanto und ChemChina – Syngentia, die Maßstäbe setzen.Gleichzeitig gibt es viele Anforderungen und Bedürfnisse für noch mehr Innovationen und neue Produkte aus der Chemie. Die Ernährung der Welt, die Umstellung unserer Wirtschaft weg vom Öl und hin zu erneuerbaren Ressourcen, grüne Energien (und damit Energiespeicher) und neue Materialien sind nur die offensichtlichsten dieser Metathemen. Das immer schneller werdende Rad der technologischen Disruptionen wird auch die Art und Weise beeinflussen, wie Innovation in der Chemie voran getrieben wird. Neue analytische Methoden werden uns Chemikern einen tieferen Einblick in die Materie geben. Kostengünstige Sensoren und Big-Data-Analyse-Tools ermöglichen uns eine neue Dimension an Verständnis unserer Prozesse. Aber wie steht es mit agilen Methoden für die Entwicklung, Methoden, die schon lange im IT-Bereich eingesetzt werden? Was ist mit offener Innovation und gemeinsamer Entwicklung? Was ist mit anderen Denkweisen, die die Art, wie wir neue Produkte erfinden, entwickeln und verbessern, verändern könnten?

Einige Unternehmen sind bereits führend bei der Anwendung dieser neuen Tools, Methoden und Ideen. Andere warten noch. Aber ich denke, die Veränderung ist unvermeidlich. Die traditionellen Methoden der chemischen Innovation fanden ihre natürliche Grenze – und auf eden ersten Blick könnte man meinen, die Zeiten der großen Erfindungen (Teflon, Nylon, HDPE, …) sind seit langem beenden. Aber vielleicht ist es nur eine Pause, bevor wir eine neue Ebene der Chemie-Innovationen erreichen und unseren Teil dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zum Leben zu machen.