Die Krise für Innovation nutzen…

Gedanken in der Corona-Ausgangssperre

Wir alle wussten, dass sich etwas ändern muss. Wir sprachen darüber in unseren Konferenzen, offiziell oder in der Kaffeepause. Wir wussten, dass wir hyper-verbunden sind, wir wussten um die Nachteile der industriellen Fleischproduktion, wir wussten um die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung.

Aber irgendwie war es undenkbar, dass wir unser globales Betriebssystem ändern. Wir konnten uns eine Welt ohne Geschäftsreisen, ohne Präsenzzeit, ohne global verteilte Lieferketten-Netzwerke nicht vorstellen.

Wir könnten uns zum Beispiel nicht vorstellen, den Flugverkehr jedes Jahr um ein paar Prozent zu mäßigen, um unseren Kohlendioxid-Fußabdruck zu verringern. Jetzt ist er um 90 % gesunken. Die Lufthansa parkt die Flugzeuge auf der Startbahn des internationalen Flughafens Frankfurt am Main.

Jetzt haben wir alles. Reisebeschränkungen, Heimarbeitsplätze, gestörte Lieferketten, Schließung kleiner und großer Unternehmen und sogar eine Ausgangssperre in vielen Industrienationen.

Das ist eine echte Disruption – eine massive Störung. Die äußeren Umstände ändern sich radikal und schnell. Wir müssen uns anpassen.

In dieser Situation besteht ein Bedarf an Innovation. Wir müssen neue Lösungen finden. Die alten Strategien funktionieren nicht mehr.

Es gibt mindestens zwei Ebenen, auf denen wir dies tun müssen.

1. Die dringenden, kurzfristig notwendigen Maßnahmen

Wir müssen den täglichen Betrieb unter den derzeitigen Einschränkungen vom Heimbüro aus und mit reduziertem Personal organisieren. Wir müssen die Arbeitnehmer schützen – und vielleicht müssen wir uns sogar auf eine Phase vorbereiten, in der unser Personal aufgrund von Krankheit oder Quarantäne nicht verfügbar ist.

Die Lieferketten sind unterbrochen, und wir müssen kreative Lösungen finden, wie wir wichtige Rohstoffe beschaffen können.

Vielleicht besteht die Notwendigkeit von heute darin, die Produktion zu ändern, wie es einige Chemieproduzenten bereits getan haben, die jetzt Desinfektionsmittel anstelle von Konsumgütern anbieten.

2. Suche nach neuen Möglichkeiten

Aber auf der zweiten Ebene aber müssen wir nach den Möglichkeiten Ausschau halten. Wir müssen an die Zeit nach dem Virus denken. Die Welt wird nicht mehr dieselbe sein. Vielleicht bleibt der interkontinentale Reiseverkehr eingeschränkt oder wird durch erzwungene Quarantänen oder andere Maßnahmen zunehmend lästig. Vielleicht werden sich die Konsumgewohnheiten ändern. Vielleicht müssen wir uns an eine Rezession anpassen.

Wir befinden uns mitten in einer Krise. Die Menschen sind besorgt. Die Menschen haben Angst – zu Recht. Neben dem Gesundheitsrisiko besteht ein erhebliches wirtschaftliches Risiko.

Aber da unser geschäftiges, unruhiges Leben – sowohl im Unternehmen als auch privat – in eine Zwangspause versetzt wurde: Wir haben jetzt Zeit zum Atmen und zum Nachdenken.

Dies ist die Zeit für Kreation.

Jeder kann sich etwas ausdenken. Wenn alles andere wegfällt, bleibt die kreative Arbeit übrig. Man sagt, dass Isaac Newton die Prinzipien seiner bahnbrechenden Arbeiten in einer Art Sperre in einer Phase des „Schwarzen Todes“ ausgearbeitet hat.

Es braucht nicht viel, um kreativ zu sein. Man braucht ein weißes Blatt Papier und einen Bleistift.

Schreiben Sie die dringendsten Reibungspunkte auf, die Sie für Ihren Bereich lösen müssen. Schreiben Sie die Dinge auf, die immer schmerzhaft waren und Sie ärgerlicherweise davon ablenken, in Ihrem Beruf zu brillieren.

  • Was sind die langsamen Strömungen der Megatrends, die sich auf unsere Geschäfte auswirken werden, ganz gleich, was sich kurzfristig ändert?
  • Wie wird sich die Branche in 10, 20 Jahren verändern, wenn man den demographischen Wandel, den wirtschaftlichen Aufschwung Asiens und die globale Erwärmung berücksichtigt?
  • Wer könnte ein potenzieller Störfaktor sein, der nicht unter dem alltäglichen RADAR der Wettbewerbsbeobachtung steht?
  • Und insbesondere für die chemische Industrie: Was wäre nötig, um wirklich „zirkulär“, wirklich „nachhaltig“ zu werden? Wie könnten wir, die Industrie, diese Bemühungen besser anführen, um die materielle Basis unserer Wohlstandserzeugung zu transformieren?

Seien Sie kreativ! Denken Sie über den Tellerrand hinaus. Was wäre, wenn die Abriegelung die neue Normalität wäre? Was ist, wenn wir unser Geschäft viel digitaler, viel weiter entfernter organisieren müssen, als es jetzt der Fall ist?

Seitdem ich beschlossen habe, freiberuflicher Berater zu sein, war ich bereits sehr „lean“ und digital… ich arbeitete vom Heimbüro aus und verwendete Online-Tools in meinen Projekten. Aber dennoch war die Arbeit mit Kunden standardmäßig beim Kunden vor Ort.

Aber wie viel Beratung kann man eigentlich online und aus der Ferne durchführen? Mein letztes Projekt – mit einem IT-Startup – wurde zu 100 % virtuell durchgeführt: E-Mail, Telefon, Slack, Online-Konferenzen. Es hat funktioniert!

Hier ist also die Herausforderung – wie können Sie Ihr Unternehmen innovieren und durch diese Krise wachsen? Und wie kann ich Ihnen dabei helfen, innovativ zu sein, ohne Sie (für den Moment) zu treffen?